{"id":135,"date":"2011-12-16T09:15:04","date_gmt":"2011-12-16T09:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/waaijenberg.li\/loeg_wien\/?page_id=135"},"modified":"2012-04-19T18:54:45","modified_gmt":"2012-04-19T18:54:45","slug":"historie","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.loegwien.at\/?page_id=135","title":{"rendered":"GESCHICHTE"},"content":{"rendered":"<p>Was ist das f\u00fcr ein Land, in dem sich die B\u00fcrger den ganzen Tag \u00fcber mit \u201eMoien\u201c begr\u00fc\u00dfen, die meisten Menschen zwischen drei und vier Sprachen sprechen und von dem jeder Fremde glaubt, es sei ein Steuerparadies? Das ist Luxemburg, Gr\u00fcndungsmitglied der EU, ein Land im Herzen Europas, fast so gro\u00df wie Vorarlberg. Bis vor kurzem hatte Luxemburg noch etwas anderes mit Vorarlberg gemeinsam, es besa\u00df keine Universit\u00e4t und das mag auch einer der Gr\u00fcnde gewesen sein, warum es eine \u201eLuxemburgisch-\u00d6sterreichische Gesellschaft in Wien\u201c gibt.<\/p>\n<p>Seit 1970 besteht ein Kulturabkommen zwischen Luxemburg und \u00d6sterreich, das nicht nur einen gegenseitigen Kulturaustausch erm\u00f6glicht, sondern auch zahlreichen Studenten die M\u00f6glichkeit gab, in \u00d6sterreich zu studieren. So entstand Mitte der 70er Jahre ein luxemburgischer Studentenclub, der sehr bald eine rege kulturelle T\u00e4tigkeit aufnahm, indem er zahlreiche Autoren und Musiker aus Luxemburg einlud, um hier in Wien ihre Kunst zu zeigen. Es mag eine gewisse Affinit\u00e4t zum Land, zur Stadt, zu verschiedenen Bewohnern oder vielleicht auch zur Kultur oder anderen kulturellen Produkten gewesen sein, die bewirkten, dass manch fertiger oder halbfertiger Student oder auch Studentin in Wien h\u00e4ngen blieb.<br \/>\nWenn man nun \u00e4lter wird und langsam aber sicher aus dem Studentischen herausw\u00e4chst und doch die besondere luxemburgische Geselligkeit nicht l\u00e4nger missen will, dann gr\u00fcndet man eine Luxemburgisch-\u00d6sterreichische Gesellschaft. Dies geschah 1994. Die Wahlanzeige an die Vereinsbeh\u00f6rde in der Bundespolizeidirektion Wien lautete:<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\">\u201eSehr geehrte Herren!<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Hiermit erlauben wir uns Ihnen mitzuteilen, dass am 31. Mai 1994 im Restaurant El Fontroussi in der Reisnerstra\u00dfe 39, 1030 Wien, die konstituierende Versammlung der Luxemburgisch-\u00d6sterreichischen Gesellschaft in Wien stattfand. In seiner Er\u00f6ffnungsansprache begr\u00fc\u00dfte Herr Dipl. Ing. Frank Molitor \u2013 einer der Proponenten der Vereinigung \u2013 die zahlreich erschienenen Interessenten und teilte mit, dass die zur Genehmigung eingereichten Statuten von der Vereinsbeh\u00f6rde in Wien angenommen und an uns retourniert wurden. Es trugen sich anschlie\u00dfend 25 Personen als Mitglieder in eine Liste ein. Nachdem somit alle Mitglieder anwesend waren, wurde die Beschlussf\u00e4higkeit der Versammlung festgestellt und es wurden die folgenden Mitglieder in die jeweiligen Funktionen gew\u00e4hlt:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Vorsitzender: Mag. Jean-Lou Cloos, Baumeistergasse 72-74, 1160 Wien<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Stellvertretende Vorsitzende: Ginette Griesbach, Krapfenwaldgasse 42, 1190 Wien<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Schriftf\u00fchrerin: Yola Morgan, Neulinggasse 8\/4\/, 1030 Wien<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Stellvertretende Schriftf\u00fchrerin: Mag. Liliane Wallner, Liesingbachstrasse 226, 1100 Wien<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Kassier: Dr. Marco Hoffmann, Florianigasse 31\/27, 1080 Wien<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Organisationsreferenten: DI Frank Molitor und Alphonse Sauer<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Referent f\u00fcr Kultur: Georges Holper<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Referent f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit: Dr. Adrien Weber<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> Kassenrevisoren: Dr. Claude Alf und Dr. Germain Weber<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\">Folgende Ziele lagen den Gr\u00fcndungsmitgliedern, die nat\u00fcrlich nicht nur fr\u00fchere Studenten waren, am Herzen:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> a) alle Luxemburger, alle ehemaligen Luxemburger, deren Familienmitglieder und deren Freundeskreis, gleich welcher Staatsb\u00fcrgerschaft zusammenzuf\u00fchren, mit dem Zweck, den personellen und kulturellen Kontakt untereinander aufrechtzuerhalten und zu pflegen;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> b) den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen \u00d6sterreich und Luxemburg zu f\u00f6rdern;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> c) die Abhaltung wissenschaftlicher Tagungen und kultureller Veranstaltungen zu erm\u00f6glichen;<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> d) die Zusammenarbeit mit anderen \u00f6sterreichischen und luxemburgischen Gesellschaften zu gew\u00e4hrleisten und<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"> e) die F\u00f6rderung von \u00f6sterreichischen und luxemburgischen K\u00fcnstlern und Wissenschaftern.&#8220;<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr die erste Veranstaltung im Jahre 1994, die von der Luxemburger Botschaft in Wien unterst\u00fctzt wurde, wurde der Klassik-Gitarrist Jean-Jacques Wathgen aus Esch\/Luxemburg eingeladen. Im Juni 1994 nahm die Gesellschaft mit einem Info- und Gastro-Stand am gro\u00dfen Europa-Fest in der Wiener Innenstadt teil. Bei dieser Gelegenheit hatten namhafte Luxemburger Firmen typische luxemburgische Nahrungsmittel (\u201eZosiss\u201c, \u201eHam\u201c, \u201eKachk\u00e9s\u201c) zur Verf\u00fcgung gestellt, so dass die Besucher des Festes diese luxemburgischen Spezialit\u00e4ten zusammen mit einem Glas Luxemburger Bier oder einem \u201eP\u00e4ttchen\u201c Moselwein oder Moselschampes degustieren konnten. Die Atmosph\u00e4re wurde durch eine aus Luxemburg eingeflogene Musikgruppe \u201eDullemajik\u201c (Drehleier), die traditionelle luxemburgische Lieder spielte erg\u00e4nzt. Die wenigsten Leute in \u00d6sterreich hatten bisher Gelegenheit, Luxemburg kennen zulernen und so gab es endlich die M\u00f6glichkeit, den Besuchern des damaligen Europafestes das kleine Land etwas n\u00e4her zu bringen.<\/p>\n<p>In den letzten 10 Jahren wurden zahlreiche deutsch schreibende Autoren zu Lesungen eingeladen, es wurden Kammermusik Konzerte, Vortr\u00e4ge \u00fcber Wirtschaft und \u00fcber gemeinsame Geschichte zwischen Luxemburg und \u00d6sterreich, und Weinverkostungen organisiert. In Zusammenarbeit mit franz\u00f6sisch-sprachigen Gesellschaften konnten mehrere Kabarettabende in franz\u00f6sischer Sprache mit K\u00fcnstlern aus Luxemburg stattfinden. Um die gute BeNeLux- Kooperation auch in \u00d6sterreich weiter zu f\u00fchren, wird jedes zweite Jahr der Advent gemeinsam mit der \u00f6sterreichisch-belgischen und der \u00f6sterreichisch-niederl\u00e4ndischen Gesellschaft gefeiert. Sogar ein Starkoch aus Luxemburg kochte Ende 2004 in Wien im Hotel Modul extra f\u00fcr die bilaterale Gesellschaft auf.<\/p>\n<p>Seit der Vereinsgr\u00fcndung hat sich auch einiges intern ver\u00e4ndert: nach Jean-Lou Cloos wurde Dr. Marco Hoffmann und schlie\u00dflich Ginette Griesbach Pr\u00e4sident der Gesellschaft, die bestrebt ist, den Charakter der Gesellschaft behutsam an denjenigen der zahlreichen anderen im Dachverband PaN vertretenen Vereine anzugleichen. 2003 \u00fcbernahm F\u00fcrstin Anita von Hohenberg, eine Kusine von Henri, dem jetzigen Gro\u00dfherzog von Luxemburg, die Ehrenpr\u00e4sidentschaft der Gesellschaft. Und was f\u00fcr jede Gesellschaft w\u00fcnschenswert ist: aus 25 Gr\u00fcndungsmitgliedern wurden \u00fcber 150 Mitglieder, ein Zeichen daf\u00fcr, dass ein reger Austausch stattfindet und die angebotenen Veranstaltungen Gefallen finden.<\/p>\n<p>Es ist erw\u00e4hnenswert, dass Luxemburg eines derjenigen europ\u00e4ischen L\u00e4nder war, das nach dem Zweiten Weltkrieg unz\u00e4hligen Kindern aus \u00d6sterreich Gastfreundschaft zur Erholung bot. Die Organisation \u00fcbernahm die Caritas, weitere Auslandsdestinationen waren Belgien, Holland, Portugal, die Schweiz, Spanien und wenige Jahre auch Italien. Sogar nach Berlin gingen Kindertransporte ab 1953. 4582 \u00f6sterreichische Kinder kamen bis 1981 kamen in den Genuss von Ferienaufenthalten in Luxemburg, manche davon sogar mehrfach. Diese Aktion ging sogar bis zum Jahre 1981.<\/p>\n<p>\u201eFriture de la Moselle\u201c (erz\u00e4hlt vom Vorstandsmitglied Dr. Marco Hoffmann)<\/p>\n<p>Hierbei handelt es sich um frittierte Fischlein, vorwiegend Rotaugen, die zwischen 15 und 20 cm gro\u00df sind. Eine Portion umfasst 6-7 St\u00fcck. Diese Fische wurden fr\u00fcher aus der Mosel, dem Grenzfluss zwischen Luxemburg und Deutschland, gefischt, heute stammen sie aus Zuchtgew\u00e4sser. Das besondere daran ist, dass man diese Fischlein mit den Fingern essen und deren Zubereitung in sofern delikat ist, dass n\u00e4mlich der R\u00fcckenteil noch \u201asaftig\u2019, w\u00e4hrend der Bauchteil schon knusprig sein muss. Dazu trinkt man ein Glas luxemburgischen Wei\u00dfwein, vielleicht einen Elbling, einen Pinot Blanc oder sogar einen Auxerrois oder einen Riesling, denn ein altes luxemburgisches Sprichwort sagt: \u201cFischlein m\u00fcssen dreimal schwimmen, einmal im Wasser, einmal im Fett und einmal im Wein.\u201c Essen kann man diese Friture in einem der zahlreichen Restaurants, die auf der Hauptstrasse entlang der Mosel liegen, z.B. im Restaurant Mathes in Ahn, des Autors Lieblingsrestaurant f\u00fcr solche Angelegenheiten.<br \/>\n\u201eGudden Appetit\u201c!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist das f\u00fcr ein Land, in dem sich die B\u00fcrger den ganzen Tag \u00fcber mit \u201eMoien\u201c begr\u00fc\u00dfen, die meisten Menschen zwischen drei und vier Sprachen sprechen und von dem jeder Fremde glaubt, es sei ein Steuerparadies? 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